Herzensschwesternabend

Farb- und Stil-Abend

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„Hey, das steht dir aber total gut. Nimm es doch mit. Wirklich, das sieht hammermäßig aus.“ Die Freundin findet es toll, das Kleid, das du mit in die Umkleidekabine genommen hast. Du aber fühlst dich unwohl. Zu grell das Licht, zu groß der Spiegel, alles zeichnet sich ab und die Farbe? „Sowas kann ich doch nicht tragen“, denkst du. Du drehst und wendest dich hin und her. Zupfst hier und da ein wenig, ziehst den Bauch ein, hältst die Luft an… so könnte es gehen. Aber nein, atmen muss man ja schließlich. Das wird nichts. Die Freundin steckt den Kopf in die Umkleidekabine, hält den Vorhang aber so, dass kein Außenstehender Einblick hat. „Komm schon, nimm es mit. Das ist mal was ganz anderes. Ich kenne dich immer nur in Jeans und Shirt. Bitte. Du siehst echt toll darin aus!“

Du lässt dich überreden. Die Worte der Freundin schmeicheln dir. Wenn sie sagt, das sieht toll aus, dann ist es bestimmt auch so. Das Kleid wird bezahlt und ihr geht noch einen Kaffee trinken. Das Kleid muss ja schließlich gefeiert werden.

Zu Hause hängst du das Kleid in den Schrank. Bei der nächsten Gelegenheit willst du es anziehen. Zum Geburtstag der Schwiegermutter, da könntest du es doch tragen… Du betrachtest dich im Spiegel, ziehst und zupfst wieder ein wenig. Luft anhalten, ausatmen… Nein, heute nicht. Das geht nicht. Jeans und Shirt, das ist auch ok.

Die Tochter wird achtzehn. Zweiter Versuch. Das Kleid hängt immer noch ungetragen im Schrank. Nein, was sollen die Leute denken. Das ist doch der große Tag der Tochter. Da sollte sich die Mutter zurückhalten. Weihnachten vielleicht. Oder Silvester, oder nächstes Jahr dann irgendwann, dann trägst du es bestimmt…

 

Kennt ihr das?

Klamotten im Schrank, die man nie getragen hat? Man will mal was ausprobieren und dann traut man sich doch nicht oder fühlt sich unwohl damit.

Oder aber das Gefühl, man hat nichts zum Anziehen, obwohl er Kleiderschrank prall gefüllt ist.

 

Um ein bisschen sicherer in Sachen Klamotten zu werden, haben wir einen Profi eingeladen. Petra Herzler-Grossmann arbeitet als Maskenbildnerin sowie Farb- und Stilberaterin und hat uns ein paar Infos zum Thema: „Was soll ich bloß anziehen“ gegeben.

Nadja und Petra

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Herzensschwesternabend

Das rosa Tütchen

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Als ich eines Tages, wie immer traurig, durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken, was in meinem Leben schief lief, setzte sich ein fröhliches Mädchen zu mir. Es spürte meine Stimmung und fragte: „Warum bist du so traurig?“

„Ach“ sagte ich, „ich habe keine Freude am Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.“ „Hmmmm“ meinte das Mädchen, „wo hast du denn dein rosa Tütchen? Zeig es mir mal. Ich möchte da mal reinschauen.“ „Was für ein rosa Tütchen?“ fragte ich verwundert. „Ich habe nur ein schwarzes Tütchen.“ Wortlos reichte ich es ihm.

Vorsichtig öffnete das Mädchen mit seinen zarten kleinen Fingern den Verschluss und sah in mein schwarzes Tütchen hinein. Ich bemerkte, wie es erschrak „Es ist voller Alpträume, voller Unglück und voller schlimmer Erlebnisse!“ „Was soll ich machen? Es ist eben so. Daran kann man nichts ändern.“ „Hier nimm!“ meinte das Mädchen und reichte mir sein rosa Tütchen. „Sieh hinein!“ Mit zitternden Händen öffnete ich das rosa Tütchen und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens. Und das, obwohl das Mädchen noch so jung an Menschenjahren war.

„Wo ist dein schwarzes Tütchen?“ fragte ich neugierig. „Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht weiter darum.“ sagte es. Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rosa Tütchen voll zu bekommen. Da stopfe ich so viel wie möglich hinein. Und immer, wenn ich Lust dazu habe oder beginne traurig zu werden, dann öffne ich mein rosa Tütchen und schaue hinein. Dann geht’s mir sofort besser. Wenn ich mal alt bin und mein Ende droht, dann habe ich immer noch mein rosa Tütchen. Es wird voll sein bis obenhin und ich kann sagen, ja, ich hatte etwas vom Leben. Mein Leben hatte einen Sinn!“

Noch während ich verwundert über seine Worte nachdachte, gab es mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden. Neben mir auf der Bank lag ein rosa Tütchen. Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein. Es war fast leer, bis auf einen kleinen zärtlichen Kuss, den ich von einem kleinen Mädchen auf einer Parkbank erhalten hatte. Bei dem Gedanken daran musste ich schmunzeln und mir wurde warm ums Herz. Glücklich machte ich mich auf den Heimweg, nicht vergessend, am nächsten Papierkorb mich meines schwarzen Tütchens zu entledigen.

(Verfasser unbekannt)

 

 

Diese Geschichte hatte Frau Dr.  Wenserit an unserem Herzensschwesternabend zum Thema Depressionen noch abschließend vorgelesen. Ich habe völlig vergessen, sie im Blogbeitrag des Abends zu erwähnen. Da ich diese Geschichte aber so schön finde, kriegt sie prompt einen eigenen Blogbeitrag!

Werft euer schwarzes Tütchen weg und kümmert euch um das Befüllen eures rosa Tütchens !!! 😉

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Bildnachweise:

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Herzensschwesternabend

Depressionen

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Der Raum füllt sich langsam. Diesmal ist viel los. Eine Menge Frauen haben den Weg zu uns gefunden, denn wir haben ein ernstes, weitverbreitetes Thema zu besprechen. Aber eigentlich spricht man ja nicht darüber. Man hält es still aus, bis es wieder besser wird. Von alleine. Das kriegt man schon irgendwie wieder hin.

 „Da muss man mal ein bisschen gegen sich gehen und sich nicht so anstellen“, sind häufige Aussagen von Außenstehenden und selbst redet man sich das auch ganz gerne ein. Außerdem will man ja nicht als „verrückt“ im Dorf verschrien werden.

Stopp! Genau aus dem Grund haben wir einen Herzensschwesternabend zum Thema Depressionen organisiert. Aufklärung ist hier dringend notwendig!

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